Thema:

SCHMERZEN

Was sind Schmerzen?

Die Definition der IASP (International Association for the Study of Pain) von 1986 lautet:

·        Schmerzen sind ein unangenehmes Sinnes- oder Gefühlserlebnis, das mit aktuellen oder potentiellen Gewebsschädigungen verknüpft ist oder mit Begriffen solcher Schädigungen beschrieben wird

Ohne Schmerzen ist kein Leben vorstellbar. Schmerzen haben primär die Aufgabe, unser Leben, unsere Gesundheit zu schützen. Schmerzen warnen uns vor einer Gefahr. Dabei kann es sich um schädigende Einwirkungen handeln die von außen kommen, aber auch in uns selbst entstehen können.

·        Schmerzen aufgrund "äußerer" Schädigungen: mechanische, chemische, thermische oder inhalative (= durch Einatmung hervorgerufene) Verletzungen

·        Schmerzen aufgrund "innerer" Schädigungen: Entzündungen, Durchblutungsstörungen, Tumore, Krämpfe, Entstehung von krankhaften Stoffwechselprodukten

Leider gibt es aber auch Schmerzen, die keine Warnfunktion (mehr) ausüben, sie haben sich verselbständigt und sind so zu einer Schmerzkrankheit geworden.

Die Einstellung zu Schmerzen und damit auch zur Schmerztherapie hat sich im Laufe der letzten Jahrhunderte entscheidend gewandelt. Während im Mittelalter das Ertragen von Schmerzen oft als Nähe zum Schicksal Jesus Christi erlebt und vom Umfeld gewürdigt wurde und somit das Erdulden von Schmerzen eine ehrenvolle und von Gott auferlegte Bürde war, änderte sich diese Ansicht im Rahmen der Aufklärung und der folgenden Jahrhunderte bis hin zur heutigen Einstellung, daß Schmerzen, die über ein gewisses Maß hinausgehen und die vor allen Dingen einen gewissen zeitlichen Rahmen überschreiten, eine Art Fehlfunktion des menschlichen Nervensystems und damit eine zu korrigierende Krankheit darstellen.

In der modernen Schmerztherapie unterscheidet man akute Schmerzen von chronischen Schmerzerkrankungen. Akute Schmerzen werden meist durch eine Gewebeschädigung hervorgerufen und gehen parallel zur Ausheilung des Gewebeschadens wieder zurück. Sie sind daher selbstbegrenzend und erfüllen meist eine sehr sinnvolle Warnfunktion sowie edukatorische Funktionen (= zwingen häufig in eine bestimmte Schonhaltung, sie weisen auf die schädliche Wirkung toxischer Stoffe hin etc.).  
Die Behandlung akuter Schmerzen, einschließlich der postoperativen Schmerztherapie, stellt heute ein gut beherrschbares Problem dar, da die zur Verfügung stehenden Analgetika
(= Schmerzmedikamente) in der Regel gut wirksam sind. Bei sehr starken Schmerzzuständen, wie beispielsweise nach einer Operation, kommen häufig auch Opioide (= morphinähnliche Medikamente) erfolgreich zum Einsatz.

Die eigentliche Herausforderung in der Schmerztherap ie stellen hingegen chronische Schmerzen (= lang andauernde Schmerzen) dar. 
Die Behandlung von chronischen Schmerzen wirft erhebliche diagnostische
(= Erkundung der Schmerzursache), sozialmedizinische (vor allem arbeitsmedizinische) und therapeutische Probleme auf. Die chronischen Schmerzen werden mit der Zeit zu einem zunehmend eigenständigen Krankheitsbild ("Schmerzkrankheit"), das die körperlichen, seelischen und sozialen Fähigkeiten des Patienten zunehmend einschränkt.

Bei chronischen Schmerzen kommt es häufiger zu einer Entkopplung der Schmerzen von der Gewebsschädigung bzw. es gibt keine nachweisbare primäre Gewebsschädigung. 
Ein Beispiel hierfür sind persistierende
(= anhaltende) Schmerzen nach einer „gelungenen“ Diskektomie (= eine Bandscheibenoperation), d.h. ein Postdiskektomiesyndrom
Als weiteres Beispiel für Schmerzen ohne ein entsprechendes somatisches
(= körperliches) Korrelat sei hier die somatoforme Schmerzstörung genannt. Neuere Daten weisen darauf hin, daß 12 Millionen Bundesbürger in ihrem Leben zumindest vorübergehend unter einer somatoformen Schmerzstörung leiden!

Der Begriff der Schmerzstörung wurde im Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen, DSM-III (American Psychiatric Association - APA, 1980) erstmals verwendet. Was Schmerzen sind, kann man sich vorstellen - was aber ist unter einer Störung zu verstehen? Der Begriff Störung soll einen beobachtbaren Komplex von Symptomen (= Krankheitszeichen) oder Verhaltensauffälligkeiten anzeigen, der immer auf der individuellen und oft auch auf der zwischenmenschlich-sozialen Ebene mit Belastung und Beeinträchtigung von Funktionen verbunden ist.

Dominieren medizinisch unerklärbare Schmerzen das klinische Bild eines Patienten, so wird ihnen innerhalb der Gruppe der Störungen seit 1980 ein eigener diagnostischer Status als Schmerzstörung eingeräumt. Die Bezeichnung somatoforme Störungen dient als Oberbegriff für eine Gruppe von Personen, bei denen medizinisch unklare körperliche Symptome im Vordergrund der klinischen Symptomatik stehen. Neben der Schmerzstörung gehört beispielsweise auch die Hypochondrie zur Gruppe der somatoformen Störungen.

Aufgrund der komplexen Problematik bei chronischen Schmerzen entstand zunehmend das Bedürfnis nach einer zusätzlichen Qualifikation zur Betreuung dieser chronischen Schmerzpatienten. 1996 wurde von der Bundesärztekammer in Deutschland die Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie verabschiedet. Diese Zusatzqualifikation kann von patientenorientierten Fachärzten erworben werden und setzt eine 80-stündige standardisierte theoretische Weiterbildung sowie die hauptamtliche ganztägige Arbeit in einem Ausbildungszentrum für „Spezielle Schmerztherapie“ (Schmerzklinik) für mind. 1 Jahr voraus. Die Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“ wird erst nach einer mündlichen Prüfung seitens der Landesärztekammer vergeben.

Unser Chefarzt hat von der Ärztekammer die volle Weiterbildungsermächtigung. Außerdem findet in Bad Mergen theim zwei mal jährlich die 80-stündige standardisierte theoretische Weiterbildung statt. Nähere Informationen dazu finden Sie hier:
www.schmerzt herapie-spezielle.de/weiterbildung-fortbildung-spezielle-schmerzt herapie/
(einfach anklicken)

Folgende Krankheitsbilder werden sinnvollerweise von Fachärzten mit Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“ behandelt/mitbehandelt:  

Kopfschmerzen: Migräne mit Aura, Migräne ohne Aura, Cluster-Kopfschmerz,

       Spannungskopfschmerz, paroxysmale Hemikranie

Gesichtsschmerz: Trigeminusneuralgie, atypischer Gesichtsschmerz,

       Costen-Syndrom (myofaziale Dysfunktion), Dentalgie (= Zahnschmerz)

Rückenschmerzen: Zervikobrachialgie (mittleres und unteres Halswirbelsäulensyndrom

       Zervikozephalgie, (oberes HWS-Syndrom), BWS-Syndrom,

       LWS-Syndrome, Beckenringsyndrom, Postdisketomiesyndrom

       (= Schmerzen nach einer Bandscheibenoperation), Lumboischialgie, Ischiasbeschwerden

       Piriformissyndrom, Sakralgie, Koccygodynie (= Steissbeinschmerz)

Gelenkschmerz: Periarthritis humeroscapularis, chronifiziertes

       Impingement-Syndrom, Ellenbogenschmerzen, Epicondylopathia

       radialis und ulnaris („Tennisellenbogen / Golferarm“),

       Handgelenksschmerzen und Fingerschmerzen, Schmerzen bei Heberdenarthrose,

       Bouchard-Arthrose, Coxarthrose, Gonarthrose,

       Schmerzen der Sprung- und Fußgelenk e

Muskuläre Schmerzsyndrome: Fibromyalgie, generalisiertes myofasziales Schmerzsyndrom

       Ansatztendinose, Tortikollis spasticus (= Schiefhals)

Entzündliche Schmerzerkrankungen: bes. rheuma tischer Formenkreis

Neuropathische Schmerzen (= durch Nervenschäden verursachte Schmerzen):

       Stumpfschmerzen und Phantomschmerz, Kausalgie (CRPS Typ II), Schmerzen

       nach Schlaganfall, Schmerzen bei einem kompletten oder inkompletten

       Querschnittsyndrom (zentrale Schmerzsyndrome), Schmerzen bei Plexusausriss,

       Schmerzen nach Leistenhernienrevisionen mit Nervenschädigungen,

       Polyneuropathie, postzosterische Neuralgie (= Gürtelrose), Interkostalneuralgie

       und andere Neuralgien

Sympathalgie (= vom sog. autonomen Nervensystem ausgehende Schmerzen):  

       Sudeck Dystrophie (CRPS Typ I), Kausalgie (CRPS Typ II)

Viszerale Schmerzsyndrome: insbesondere Bauchschmerz bei

       Verwachsungsbauch sowie bei nicht eindeutig zuzuordnenden und

       daher nicht kausal (= ursächlich) angehbaren Bauchschmerzen

Ischämische Schmerzen (= Schmerzen aufgrund schlechter Durchblutung) ohne Möglichkeit

       einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) Therapie bzw. Begleittherapie

Tumorschmerzen

Psychogene Schmerzerkrankungen: somatoforme Schmerzstörung

Algogenes Psychosyndrom (= beschreibt die Eingrenzung und Zentrierung

       des persönlichen Erlebens auf die Schmerzerkrankung)

Die „Spezielle Schmerztherap ie“ ist aufgrund der Beeinträchtigung sowohl körperlicher als auch seelischer und sozialer Fähigkeiten durch eine chron ische Schmerzerkrankung auf multimodale Therapiekonzepte ausgelegt. Die multimodale Schmerztherapie beinhalt u. a.:

  1. Information über die Erkrankung
  2. Medikamentöse Schmerzbehandlung (u.a. Schmerzmittel, bei Bedarf Spasmolytika (= krampflösende Mittel), schmerzlindernde Psychopharmaka, auch zur Schmerzdistanzierung, evtl. als Infusionen, individuell ausgetestet)
  3. Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) in Form von Infiltrationen und Nervenblockaden, evtl. rückenmarknahe Blockaden, auch kontinuierlich mit Katheter  
  4. Physiotherapie (Krankengymnastik und andere Anwendungen) bei Funktionseinbußen
  5. Akupunktur (Schmerzakupunktur)
  6. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden), Magnetfeldtherapie (pulsierende Signaltherapie) oder auch Hochtontherapie.
  7. Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining)
  8. Bei Beteiligung der Wirbelsäule auch Chirotherapie
  9. evtl. diätetische Maßnahmen entspr. der Grundkrankheit

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Aktualisiert: >16.05.2007</> kusB
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B Bandscheibenhernien, Bandscheibenschaden, Behandlung bei Cluster-Kopfschmerz, Behandlung bei Kopfschmerzen, Biofeedback (www.bio-feed-back.de), Borreliose (www.bor-reliose.de), Brustamputation, Brustwand (www.brustwand.com),
C Cephalalgia,  
D Daumensattelgelenk (www.daumensattelgelenk.de), Diskektomie, Diskopathie, Diskushernien (http://www.diskushernien.de), Durchbruchschmerzen, Durchblutungstörung, Dysästhesie,

E Eigenhypnose, Ellenbogen (www.ellenbogen-info.de), EMDR (www.em-dr.de), Entzündung, Entzug, Entzugsbehandlung, Epidurale Blockade (Peridurale Blockade)
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V  Vorbeugung der Migräne, Verschleißrheuma, Vulvodynia
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Z
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Links zu empfehlenswerten Einrichtungen:

www.norderney-insel-hotel.de/norderney-hotel
www.norderney-insel-hotel.de
Schmerzklinik: www.schmerzklinik-1.de, www.schmerzklinik.biz , www.schmerzklinik.com,

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